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Aufsätze

 

Leben ist Spiel

Wirkliche Erkenntnis meiner selbst ist nur mir selbst möglich, ein Vermittler oder Lehrer kann dies nicht bewerkstelligen. Er kann nur Anregungen zum selbst denken, selbst fühlen, und selbst erkennen geben, am besten durch Vorleben. Alles ist individuell und subjektiv zu betrachten und zu bearbeiten. Ich bin und habe alles, was ich für mein Glück und meine Zufriedenheit brauche, in mir selbst. Dies gilt immer, ich bin ganz und vollkommen wie ich bin. Da Leben nur im Jetzt geschieht, sollte ich es jetzt nutzen, sonst besteht die Gefahr, dass ich nie leben werde. Vergangenheit und Zukunft sind nur Begriffe, um unsere Welt zu verstehen, es sind keine Realitäten. Nur was jetzt ist, ist für mich wirklich. Begriffe haben die Tendenz, in unserem Denken zu Realitäten zu mutieren, dieses Risikos muss ich mir bewusst sein.

 


Überhaupt will ich meine Welt nur besser verstehen, um meine Bedürfnisse besser zu befriedigen, sonst nichts. Meine Erkenntnis soll mich fit machen für mein Spiel im Leben. Ich spiele nach meinem Belieben mit Gedanken und Dingen, doch ich selbst bin nie der Einsatz dieses Spiels, sondern der Spieler. Der Einsatz ist unwichtig, das Spiel ist wichtig, der Spieler ist das wichtigste. Und der Spieler bin ich. Ohne Ich gibt es keinen Spieler, ohne Ich kein Spiel, ohne Ich keinen Einsatz, ohne Ich keinen Gewinn. Als Einsatz gibt es nur Dinge und Gedanken (Glaubenssätze und Erkenntnisse), die unwichtig sind. Das einzig wichtige, mein einzigartiges Ich nämlich, steht nicht auf dem Spiel. Oft bin ich Verlierer, ab und zu Gewinner, aber immer habe ich meinen Genuss am Spiel des Lebens. Ich übe mich im Spiel des Lebens, dabei sind Gewinn oder Verlust des Einsatzes nebensächlich. Das Spiel als solches bringt mir Lust und Glück. Gewinnen kann nur der Spieler, nicht der Angsthase, der um seinen Einsatz fürchtet. Spielen ist Leben, Angst ist Tod. Wer aus Angst um seinen Einsatz nicht spielt, ist ein lebendiger Toter. Leben ist handeln, ist Genuss und Verzehr, ist Verzehr meiner selbst, beginnend mit der Geburt, endend mit meinem Tod.

Aber auch beim Spiel des Lebens gilt: Spielen (Leben) macht Spaß, aber wer kann schon ohne Ende Spaß vertragen? Ich nicht. Wie bei so vielem gilt auch hier das Wort Trappatonis "Ich habe fertig", nicht nur als Beendigung, sondern in erster Linie als Befreiung. Der Tod ist also die Befreiung vom Spiel, sonst nichts. Was wird dann aus dem Spieler? Gute Frage, ich weiß es nicht. Erst einmal will ich so gut wie möglich spielen, und erst wenn das Spiel zu Ende ist, werde ich über die obige Frage nachdenken, oder auch nicht.

Ende (Befreiung von diesen Gedanken)


 









 

 

 

 

 

 

 

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