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Aufsätze

 

Philosophie des Egoismus

Egoist zu sein ist die Philosophie des Wollens, im Gegensatz zu allen anderen Philosophen, die durch das Sollen charakterisiert werden. Ich lebe nicht mehr in der Vergangenheit, denn sie ist gewesen, ist tot. Ich lebe nur noch für die Zukunft. Aber halt, die Zukunft gibt es nur als Begriff, als Wort, will ich in ihr leben, dann lebe ich nie. Wie kann ich für etwas leben, was es nur als Idee, nicht als Wirklichkeit gibt. Ab sofort werde ich versuchen, nur noch im Jetzt zu leben, werde es üben und beobachten, ob es mir dann besser geht, ob ich mich besser fühle.

Diese Unterscheidung ist ganz wichtig, denn Zufriedenheit und Glück sind keine Realität sondern Gefühle, die ich selbst schaffe. "Ich fühle mich zufrieden" und "ich fühle mich glücklich" sind die richtigen Formulierungen. Da es sich um Gefühle handelt, muss ich sie mir immer wieder neu schaffen. Bei mir geht das am besten, wenn ich immer nur das tue, was ich jetzt will. Volles Aufgehen in der Gegenwart, nur der Augenblick, das Jetzt zählt. Offen und achtsam gegenüber meinem Körper, meinem Geist und dem Rest meiner Welt. Ich nutze und verbrauche das Vorgenannte zu meinem Glück und meiner Zufriedenheit, achte aber gleichzeitig die anderen Iche und ihr Eigentum! Das reine Ich ist nichts und alles, unerklärlich und unbeschreiblich, Gott und Schöpfer.

Ich schöpfe meine Welt nach meinem Willen, soweit es in meiner Macht steht. Darüber hinaus entscheide aber nur ich allein, wie ich die Welt, die auf mich einwirkt, meine Welt, beurteile. Dies ist ganz wichtig: Ich beurteile meine Welt und sonst niemand. Ich bin das Maß aller Dinge in meiner Welt. Erst erschaffe ich meine Welt so gut ich kann, wie meine Macht es zulässt, dann erstrebe ich was kommt. So erhalte ich immer was ich will. Diese Selbstbestimmung, dieses Schöpfen meiner selbst in jedem Augenblick machen mich zufrieden und glücklich. Inwieweit ich meine Welt erschaffen kann, hängt wesentlich von meiner Macht über mich selbst ab. Habe ich Macht über meine Gefühle, über meinen Verstand über meinen Körper.

Erst danach geht es um die Macht über den Rest meiner Welt. Handelt es sich um Dinge, muss ich wissen, wie ich sie nutze, wie sie funktionieren. Meine Macht über Dinge ist auf jeden Fall schon erheblich geringer. Meine Macht über andere Iche ist noch viel geringer, da sie immer nur vom anderen Ich gegeben werden können, somit natürlich auch jederzeit entzogen werden können.

Diese drei Abstufungen meiner Macht muss ich unbedingt beachten. Möglichst sollte ich nur die Macht über mich selbst nutzen, da diese einigermaßen verlässlich ist, Wohlgemerkt nur einigermaßen, nicht immer und nicht immer ganz. Diese Erkenntnisse bringen mich dazu, ein ruhiges und heiteres, ein zufriedenes Leben anzustreben. Das Glück als Sahnehäubchen wird sich dann auch noch von Zeit zu Zeit dazugesellen.

Heitere Gelassenheit ist mein Ziel, nicht mehr und möglichst auch nicht weniger.

Habe ich morgen andere Bedürfnisse, habe ich morgen neue Ziele oder zusätzliche, nur möglichst nicht zu viele, da sonst Prioritätsprobleme auftreten, gilt für Ruhe und Heiterkeit.

Das meint die Bibel sicher mit:

"Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, bleibt Euch das Himmelreich verschlossen."

Damit kann nur das Leben im Hier und Jetzt gemeint sein, das an Kindern so auffällig ist. Lebe ich soweit wie mir möglich im Hier und Jetzt, habe ich mein Himmelreich auf Erden, d.h. meine Welt wird durch mich zum Himmelreich entwickelt. Schaffe ich es, meine Welt zum Himmelreich zu machen, ist ein eventuelles Himmelreich nach meinem Tod völlig unwichtig, und ich beschäftige mich damit, wenn die Zeit gekommen ist. Jeder Gedanke vorher ist Verschwendung. Die Erkenntnis, dass alles seine Zeit hat, alles seine Zeit braucht, ist mir leider erst sehr spät gekommen. Diese späte Erkenntnis hat mich viel Kraft und Frust gekostet. Aber besser eine späte Erkenntnis als keine Erkenntnis. Bin ich nicht toll? Saugeiler Denker und so clever, meistens jedenfalls, vielleicht auch nur ab und zu, wofür muss ich denn clever sein, Hauptsache ich bin wie ich bin, basta. Ich bin Ich! aber wer ist Ich, verdammt noch mal?

Trotz vieler Mühen muss ich zugeben, das ich über mein Ich nichts weiß, außer dass es ist. Ich weiß nur, wenn ich meine Bedürfnisse jetzt befriedige, bin ich jetzt zufrieden, ab und zu sogar glücklich. Das gilt für meine körperlichen Bedürfnisse wie auch für meine geistigen Bedürfnisse. Wobei die geistigen schwerer zu befriedigen sind, aber auch mehr Wohlbefinden geben. Aber was sind meine geistigen Bedürfnisse?
Momentan fallen mir nur zwei ein.

1. Was will ich jetzt, was bringt mir die meiste Zufriedenheit und Glück?
2. Daneben ist meine Neugierde zu befriedigen. Wie funktioniert meine Welt, wie schaffe ich meine Welt? Die Alten nannten es die Suche nach meiner Wahrheit.

 


 









 

 

 

 

 

 

 

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